Die Pflegestatistik spricht von insgesamt 2.118 Pflegeplätzen im Landkreis. Unter das Heimgesetz fallen jedoch 2.352 Plätze (Stand 2008). Die Differenz erklärt sich dadurch, dass in der Pflegestatistik nur Plätze aufgeführt sind, die von der Pflegeversicherung vertraglich anerkannt wurden.
941 Pflegeplätze, davon 64 Plätze in der Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege sowie 6 Hospizplätze werden in Marburg angeboten. Dies sind von 2.353 Plätzen immerhin 40%. In Marburg selbst leben nur 26% der Personen ab 65 Jahre.
Um die Belegungsquote zu ermitteln, ist von den 2.118 anerkannten Pflegeplätzen eine Mobilitätsreserve von rund 2% oder 40 Plätzen (wegen Todesfall, Umzug, Renovierung etc.) abzuziehen, so dass ein Pflegeplatzbestand von rund 2.075 verbleibt. Am 15.12.2005 standen diesen 1.801 Pflegebedürftige gegenüber, was einer Belegungsquote von rund 86,8% entspricht.
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf spricht in seinen jährlichen Befragungen der Alteneinrichtungen im Landkreis zum 1.7.2006 von einer Auslastung von 93% – unter Berücksichtigung einer Mobilitätsreserve läge die Auslastung sogar bei rund 95%. Diese Differenz lässt sich durch die Belegung mit Pflegebedürftigen erklären, die keine Leistungen nach dem SGB erhalten und damit nicht Teil der amtlichen Statistik sind.
In einem weiteren Bericht geht der Landkreis von einer Überdeckung von rund 68% aus. Grundlage dieser Bedarfsermittlung ist der landesweite Rahmenplan für die pflegerische Versorgung in Hessen aus dem Jahr 1996, der 25 Pflegeplätze für 1.000 Personen mit einem Alter ab 65 Jahren vorsieht. Dieser sehr niedrig angesetzte Bedarfsanhaltswert wird selbst vom Landkreis in Zweifel gezogen, da er lediglich dazu dient, die öffentliche Förderung von Alteneinrichtungen zu deckeln.
EinleitungPflegebedürftigkeit
Pflegestatistik 2005
regionale Pflegequote 2005
regionale stationäre Belegungsquote 2005
regionale Bevölkerungsentwicklung bis 2020
regionaler Pflegebedarf bis 2020