Wir leben in einer Gesellschaft mit einem wachsenden Anteil älterer Menschen,
- die immer älter werden,
- aber auch länger gesund sind,
- die ihr Leben aktiv oft bis ins hohe Alter gestalten,
- die in erheblichem Umfang ihre Familien finanziell und praktisch unterstützen,
- die sich aber auch für andere und in gesellschaftlichen Projekten engagieren,
- die bei sich verschlechternder körperlicher und geistiger Verfassung im hohen Alter einen wachsenden Bedarf an Pflege und Hilfe haben, die zumeist durch Familienangehörige, unterstützt durch professionelle Dienste, erfolgt,
- die immer öfter aber auch keine Angehörigen haben, die sie begleiten und betreuen könnten.
Diese Entwicklung macht gezielte Anstrengungen der Kommunen für eine andere, neue Altenpolitik erforderlich.
Wovon Altenpolitik ausgehen muss: Ältere Menschen wollen selbst bestimmt leben
Grundsätzlich wollen ältere Menschen selbst bestimmt leben, wie sie dies auch früher getan haben. Auch nach der Beendigung der Erwerbsarbeit und der Sorge für die Kinder können und wollen die allermeisten ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten. Sie möchten ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Erfahrungen sinnvoll für sich selbst und andere einbringen. Dieser Wunsch besteht auch dann weiter, wenn die Möglichkeiten der Lebensgestaltung wegen eintretender Hilfe- und Pflegebedürftigkeit eingeschränkt sind. Sie wollen möglichst in ihrem vertrauten Umfeld weiter leben. Selbstbestimmtes Leben auch bei zunehmender gesundheitlicher Beeinträchtigung macht das Vorhandensein entsprechender Hilfestrukturen erforderlich. Notwendig ist aber auch die individuelle Bereitschaft zur persönlichen Weiterentwicklung. Alter fordert von allen Menschen einen Lernprozess und beträchtliche Anpassungsleistungen. Die Kompetenz, eine schwierige Lebenssituation auch bewältigen zu können, resultiert auf entsprechenden Vorerfahrungen und der Vorbereitung auf die Hilfesituationen. Sie muss von jedem erworben werden. Jeder wird zum ersten Mal alt!
(Auszug aus: Alter braucht Zukunft – Älterwerden in Marburg; Thesen und Vorschläge der GRÜNEN für eine neue Altenpolitik in Marburg, August 2008)
GrundsätzeRahmenbedingungen
Unterstützung bei Risiken des Alters
Neue Qualität in der stationären Altenpflege
Ambulante Infrastrukturen aufbauen